W
enn der Wanderer durch das Thayatal zur Brücke bei Unter-Thürnau kommt, so fällt ihm jenseits des Flusses ein ziemlich regelmäßig kuppenförmiger Hügel auf, auf dem sich die Reste einer schon vor mehr als einem halben Jahrtausende zerfallenen Burg befinden, die völlig mit Erde und Pflanzenwuchs bedeckt erscheinen, bis auf ein kleines Stück der äußersten Burgmauer, die einst einen Umfang von ungefähr 600 Schritten hatte, der sich dem sachverständigen Beschauer noch immer erkennen lässt. Innerhalb dieser Umgebung ragen, unter anderem, zwei mächtige etwa 10 Meter hohe, pyramidenstutzartige Erhebungen empor, mit Gras und Bäumen bewachsen, die wohl die Trümmer des ehemaligen Palas (Herrenhaus) und der ehemaligen Kemenate (Frauenhaus) der Burg darstellen. Bei einem der beiden Hügel soll sich nun zu Zeiten ein Gespenst zeigen, nämlich die weiße Frau. Einer Meinung nach wäre sie der Geist der Burgfrau, - die ihren sucht , der im anderen Hügel erschlagen läge. Wer ihr hülfe, ihn zu erlösen, dem würden reiche Schätze zu Teil.