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Das gepfählte Totengerippe

D
er (seither verstorbene) Maurermeister Dundler in Altstadt Drosendorf erzählte (um 1890), dass vor etwa 50 bis 60 Jahren sein Vater mit dabei beschäftigt war, als man damals den Friedhof erweiterte und zu dem Zwecke die alte, gegen den Galgenberg gerichtete Seite der Mauer abbrach und neu aufbaute. Beim Ausheben des Grundes stieß man außerhalb der Mauer, "wo seit uralten Zeiten" ein rotes Stadtwappen am Gemäuer war, ungefähr vier Schuh tief unter dem "Wasen", auf ein Totengerippe, das zwischen den Rippen in der Herzgegend einen bereits vermorschten Pflock aus Holz stecken hatte, der etwa drei Schuh lang, unten mit einer eisernen Spitze und oben mit einem eisernen Ortband versehen war. Das Eisenzeug nahm sein Vater an sich und gab es, in den 1870er Jahren, dem damaligen Kooperator P. Ferdinand Berwinkel, der es später nach Nürnberg ins Museum sandte. Die Leute aber, die damals von dem Gerippefunde hörten, bekreuzigten sich und sagten, dass das Gerippe einem "menschlichen Vampyre" angehörte; das sind verhexte Menschen, die nach dem Tode als Gespenster den Lebenden das Blut aus dem Leibe saugen, oder andere blutgierig machen. Und damit solche Menschen kein weiteres Unheil anrichten, wird ihnen, wenn sie der Tat überwiesen und hingerichtet werden, noch ein eiserner Pflock durchs Herz getrieben und so der Leichnam in der Grube festgehalten, damit der Tote nicht als blutsaugendes Gespenst "umgehen" könne.

 
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